Hormonersatztherapie in den Wechseljahren – Vor- und Nachteile im Überblick

Symbolbild einer Frau in den Wechseljahren

Die Hormonersatztherapie (HRT) mit bioidentischen Hormonen, also Hormonen, die chemisch den körpereigenen Hormonen entsprechen, ist neben Therapieansätzen mit pflanzlichen Präparaten, sog. Phytotherapeutika, eine Möglichkeit, Beschwerden zu verbessern. Die in den Wechseljahren sinkenden weiblichen Geschlechtshormone – vor allem Östrogen und ggf. Progesteron – werden somit dem Körper wieder zugeführt. Die Entscheidung für oder gegen eine HRT sollte stets gut informiert und in Absprache mit der behandelnden Frauenärztin oder dem Frauenarzt getroffen werden. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über die wichtigsten Vor- und Nachteile.

Vorteile der Hormonersatztherapie

Ein großer Vorteil der HRT ist die wirksame Linderung typischer Wechseljahresbeschwerden. Dazu gehören unter anderem:

  • Hitzewallungen und Schweißausbrüche: Diese Symptome lassen unter HRT oft schnell und deutlich nach.
  • Schlafstörungen: Durch den hormonellen Ausgleich verbessert sich häufig auch die Schlafqualität.
  • Stimmungsschwankungen und depressive Verstimmungen: Viele Frauen berichten von mehr emotionaler Stabilität.
  • Scheidentrockenheit und Libidoverlust: Östrogen hilft, die Schleimhäute zu regenerieren und das Sexualleben angenehmer zu gestalten.
  • Knochengesundheit: Senkung des Osteoporoserisikos durch Östrogene
  • Herz Kreislauferkrankungen: Schutz vor Arteriosklerose
  • Schwindel, Herzrasen, v.a. in den Morgenstunden: Deutliche Reduktion der Beschwerden

Nachteile und Risiken der Hormonersatztherapie

Trotz der vielen Vorteile ist die HRT nicht für jede Frau geeignet und sollte sorgfältig abgewogen werden. Mögliche Nachteile sind:

  • Erhöhtes Risiko für Brustkrebs: Besonders bei längerer Anwendung von Östrogenen und Gestagenen
  • Thrombose- und Schlaganfallrisiko: Vor allem bei Einnahme von Tabletten steigt dieses Risiko leicht an, unter einer transdermalen Therapie mit Östrogenen, also das Auftragen auf die Haut, ist nicht mit einem Thromboserisiko zu rechnen
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Abhängig von Alter, Dauer der Einnahme und Vorerkrankungen kann es zu einer Risikoforderung kommen, v.a. wenn das window of opportunity zwischen dem ca. 50. bis 60. Lebensjahr überschritten wird.
  • Nebenwirkungen: Übelkeit, Brustspannen, Kopfschmerzen oder Zwischenblutungen können auftreten, sind aber durch eine Dosisanpassung meistens zu beheben

Die individuelle Vorgeschichte, familiäre Risikofaktoren und der allgemeine Gesundheitszustand spielen eine zentrale Rolle bei der Risikoabwägung.

Die Hormonersatztherapie kann eine sehr effektive Hilfe bei starken Wechseljahresbeschwerden sein – birgt jedoch auch gewisse Risiken. Eine sorgfältige ärztliche Beratung, eine regelmäßige Kontrolle und eine individuell angepasste Dosierung sind entscheidend für eine sichere Anwendung.