Beratung rund um das Thema Verhütung

Verhütungsmethoden

Verhütung ist auch ohne zusätzliche Mittel möglich. Bei genauer Kenntnis des weiblichen Hormonzyklus lassen sich die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage annähernd bestimmen. Hierzu sind eine genaue Zyklusbeobachtung mit der täglichen Messung der Körpertemperatur, der sog. Basaltemperatur, der Beurteilung von Scheidensekret und anderer Zeichen notwendig. Die natürliche Familienplanung kann durch die Anwendung sog. Zykluscomputer unterstützt werden. Die Sicherheit dieser Methode ist abhängig von der Zyklusstabilität und der eigenen Disziplin. Sie eignet sich eher für Frauen, die nicht auf eine sehr sichere Verhütung angewiesen sind oder die Kinderwunsch haben und mit Hilfe der natürlichen Familienplanung den Eisprung ermitteln wollen.

Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZGA) zu natürlichen Methoden der Familienplanung

Barrieremethoden sind z. B. das Kondom, das Diaphragma oder die Portiokappe. Das Diaphragma ist eine flexible scheibenförmige Membran, die vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingesetzt wird, am besten in Kombination mit einem Scheidengel, das zusätzlich die Spermien abtötet. Ähnlich funktioniert die sog. Portiokappe. Die Sicherheit dieser Methoden ist geringer als die Sicherheit der hormonellen Verhütungsmittel oder der Spirale.

Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZGA) zu Barrieremethoden

Die hormonelle Verhütung verhindert die Heranreifung einer Eizelle und den Eisprung. Diese Blockade ist nach Absetzen des Verhütungsmittels wieder aufgehoben und der normale Zyklus mit ungestörter Eierstockfunktion setzt wieder ein. Diese Form der Verhütung ist die Basis für die sog. Pille, den Verhütungsring und das Verhütungspflaster, bestehend aus den Hormonen Östrogen und Gestagen. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit der hormonellen Verhütung ausschließlich durch die Einnahme von Gestagenen in Form der sog. Minipille, dem Verhütungsstäbchen und der Dreimonatsspritze. Hier kommt es ebenfalls zur Unterdrückung des Eisprungs. Die Auswahl dieser Methode erfolgt in der Regel, wenn Östrogene vermieden werden sollen oder andere besondere Situationen vorliegen.

Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZGA) zu hormonellen Verhütungsmethoden

Kupferspirale/Kupferkette/Kupferball
Die Kupferspirale ist ein kleiner dünner meist T-förmiger Gegenstand aus Kunststoff, der mit einem Metalldraht spiralförmig umwickelt ist und in der Gebärmutter liegt. Das Milieu der Gebärmutter wird dahingehend verändert, dass die Einnistung eines befruchteten Eies erschwert wird. Der normale weibliche Zyklus mit dem monatlichen Eisprung und die natürliche Hormonproduktion werden durch die Spirale nicht gestört. Die Einlage erfolgt unkompliziert und ohne Narkose. Sie kann bis zu 5 Jahren in der Gebärmutter verbleiben, eine Entfernung ist jederzeit möglich. Die Sicherheit dieser Verhütung ist sehr hoch und eignet sich grundsätzlich für Frauen in jeder Lebensphase. Die Kupferkette funktioniert nach dem gleichen Prinzip, wird jedoch in der Gebärmuttermuskulatur verankert. Der Kupferball ist nicht spiral-, sondern ballförmig und wird in die Gebärmutterhöhle eingelegt.

Hormonspirale
Auch die Hormonspirale liegt in der Gebärmutter und gibt kontinuierlich lokal Hormone ab. Dies führt zu einem geringeren Schleimhautwachstum in der Gebärmutter, so dass sowohl die Einnistung eines befruchteten Eies erschwert wird, als auch die Blutungsstärke abnimmt. Aufgrund der Abnahme der Blutungsstärke ist die Hormonspirale auch zur Behandlung von starken oder schmerzhaften Blutungen möglich. Der normale weibliche Zyklus mit dem monatlichen Eisprung und die natürliche Hormonproduktion werden nicht gestört. Die Einlage erfolgt unkompliziert und ohne Narkose. Sie kann bis zu 5 Jahren in der Gebärmutter verbleiben, eine Entfernung ist jederzeit möglich. Die Sicherheit dieser Verhütung ist sehr hoch und eignet sich grundsätzlich für Frauen in jeder Lebensphase.

Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZGA) zur Hormonspirale

Die sog. Sterilisation kann sowohl bei der Frau als auch beim Mann durchgeführt werden. Im Rahmen eines operativen Eingriffs werden die Eileiter der Frau bzw. die Samenstränge des Mannes durchtrennt. Bei der Frau ist hierzu eine Bauchspiegelung in Vollnarkose notwendig. Nach erfolgter Operation kann auf jede andere Verhütungsmethode verzichtet werden, da der Transport einer Eizelle von den Eierstöcken in die Gebärmutter verhindert wird und damit eine Befruchtung nicht mehr möglich ist. Die Sterilisation des Mannes kann in lokaler Betäubung erfolgen. Nach der Operation muss noch eine gewisse Zeit eine Verhütung angewendet werden, danach befinden sich keine Spermien mehr im Ejakulat, da die Verbindung zu den Hoden unterbrochen wurde. Beide Methoden sind grundsätzlich endgültig, eine Wiederherstellung der Durchgängigkeit kann in Einzelfällen durch erneute Operationen möglich sein.