Probleme beim Stillen oder bin ich eine schlechte Mutter, wenn ich nicht stille?

Mutter beim Stillen

Das Baby ist endlich da und man freut sich aufs Stillen, so, wie es seit Jahrhunderten von Jahren üblich ist. Natürlich wird gestillt, ich will ja nur das Beste für mein Kind, aber was ist, wenn das mit dem Stillen gar nicht so einfach ist?

Mütter, die ein Baby bekommen, möchten alles so gut wie möglich machen. Sie fühlen diese große Liebe und Verantwortung für ihr kleines, schutzbedürftiges Baby und möchten, dass es gut versorgt wird. Hierzu gehört auch das Stillen. Es ist ein wunderbares Gefühl, wenn das eigene Kind ruhig und zufrieden an der Brust trinkt. Es besteht engster Körperkontakt und das Kind bekommt die besten Nähstoffe, die es gibt, gratis und immer verfügbar. Wunderbar, oder?

Für viele Frauen ja, für viele Frauen aber auch nicht. Die gemeinsame Anfangszeit kann durch Probleme beim Stillen immens gestört werden. Es gibt verschiedene Hindernisse, die auftreten können: es gibt zu wenig oder zu viel Milch, die Brustwarzen sind wund und tun schrecklich weh, es kommt immer wieder zu Brustentzündungen, die richtige Stillposition ist schwierig zu finden, manche Kinder möchten einfach nicht an der Brust trinken oder das Baby beißt beim Stillen. Bis es zum Milcheinschuss kommt, also für die Mutter spürbar Muttermilch aus den Brüsten fließt, können 1-5 Tage vergehen. In dieser Zeit trinkt das Baby die sogenannte Vormilch und wird über diese ausreichend versorgt.

Stillberaterinnen, Hebammen, Frauen- und Kinderärzte können die Frauen hierbei sehr gut unterstützen. Oft ist es nur eine falsche Anlegetechnik zwischen Mutter und Kind, Milchpumpen helfen beim Entleeren der Brust, kühlende Umschläge mit Quark, Kohlblättern oder Retterspitz geben Linderung bei einer Brustentzündung, Salbei, Schwarzteebeutel, Lanolin, Laserbehandlung helfen bei wunden, entzündeten Brustwarzen. Alles schön und gut. Aber der Stress und die Vorwürfe, die sich die Mutter selbst macht, dass es nicht so richtig klappt mit dem Stillen, die gutgemeinten Ratschläge anderer Mütter oder auch die abwertenden Bemerkungen und Blicke anderer, setzen die Mama unter einen außerordentlichen Druck und Stress und das gerade in dieser einmaligen Anfangszeit.

Probieren Sie noch dies, probieren Sie noch jenes! Wie dankbar sind die Frauen, wenn ihnen die Entscheidung abgenommen wird, wenn dann doch gesagt wird: „Es ist gut, Sie haben Ihr Bestes gegeben, das mit dem Stillen soll jetzt einfach nicht sein, viel wichtiger als Stillen ist ein entspanntes und ausgeglichenes Verhältnis zwischen Ihrem Baby und Ihnen, wir stillen jetzt ab! Das bedeutet nicht, dass Ihr Kind zu Allergien neigen wird, mehr Infektionen bekommt, übergewichtig oder verhaltensauffällig wird. Und Sie sind auch keine schlechte Mutter.“

Fragen Sie uns oder Ihren Frauenarzt in München zu diesem und anderen Themen. Wir stehen Ihnen jederzeit gerne zu einem Gespräch zur Verfügung.

Weiterführende Links zum Thema:

eltern.de

still-lexikon.de

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